
Die Frage, ob man während der Ausbildung Steuern zahlt, beschäftigt viele angehende Fachkräfte. Auch wenn Azubis oft nur ein geringes Einkommen haben, ist es wichtig, die gesetzlichen Regelungen zu verstehen. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick darauf, wie Steuern in der Ausbildung funktionieren und was du als Azubi beachten solltest.
Zahlt man in der Ausbildung Steuern?
Die Antwort auf die Frage, ob Azubis Steuern zahlen, ist: Ja, es ist möglich, dass du als Auszubildender Steuern zahlen musst. Allerdings hängt dies von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise deinem Einkommen und der Art deiner Ausbildung. Generell gilt, dass die Steuerpflicht in Deutschland mit dem Einkommen steigt. Lass uns das etwas genauer betrachten.
Wie funktioniert das mit der Steuerpflicht für Azubis?
Die Steuerpflicht für Azubis lässt sich in folgende Aspekte unterteilen:
- Persönlicher Freibetrag: Jeder Steuerpflichtige hat einen jährlichen Grundfreibetrag, der für das Jahr 2023 bei 10.908 Euro liegt. Das bedeutet, dass du bis zu diesem Betrag keine Einkommenssteuer zahlen musst.
- Die Art des Einkommens: Azubis erhalten oft eine Ausbildungsvergütung, die je nach Branche und Unternehmen variiert.
- Nebenjobs: Verdient ein Azubi zusätzlich Geld, beispielsweise durch einen Nebenjob, kann dies ebenfalls steuerpflichtig sein.
Wie viel verdient ein Azubi durchschnittlich?
Die Ausbildungsvergütung kann stark variieren. Im Folgenden eine Übersicht von typischen Durchschnittsvergütungen in verschiedenen Branchen:
| Branche | Durchschnittliche Vergütung (monatlich) |
|---|---|
| Handwerk | 800 – 1.200 Euro |
| Industrie | 1.000 – 1.500 Euro |
| Verwaltung | 900 – 1.400 Euro |
| Gesundheitswesen | 1.200 – 1.800 Euro |
Wichtige Abzüge und Sozialversicherungsbeiträge
Bei der Berechnung der steuerlichen Abgaben spielen auch Sozialversicherungsbeiträge eine wesentliche Rolle. Als Azubi zahlst du in der Regel in die folgenden Sozialversicherungen ein:
- Krankenversicherung
- Rentenversicherung
- Arbeitslosenversicherung
- Pflegeversicherung
Diese Abzüge sind gesetzlich vorgeschrieben und werden direkt von deinem Gehalt abgezogen. Es lohnt sich also, diese Beträge in dein Budget einzuplanen.
Steuererklärung als Azubi – lohnt sich das?
Eine häufige Frage unter Auszubildenden ist, ob sich eine Steuererklärung lohnt. Die Antwort ist eindeutig: Ja! Auch wenn du unter dem Grundfreibetrag bleibst, kann eine Steuererklärung vorteilhaft sein. Hier sind einige Gründe, warum:
- Erstattung von Steuern: Solltest du Steuern gezahlt haben, kannst du diese oft zurückbekommen.
- Werbungskosten: Kosten für Materialien, Fahrtkosten oder Weiterbildung können als Werbungskosten abgesetzt werden.
- Zusätzliche Freibeträge: Es gibt weitere Freibeträge, die dir zustehen könnten, wie z.B. für ein Home-Office, wenn du von Zuhause aus lernst.
Wie erstellt man eine Steuererklärung als Azubi?
Die Erstellung einer Steuererklärung mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, ist aber auch für Azubis durchaus machbar. Hier sind einige Schritte, die du befolgen kannst:
- Lade die benötigten Formulare von der Website des Finanzamtes herunter oder besuche die Website der ELSTER-Plattform.
- Trage deine persönlichen Daten ein.
- Gib deine Einkünfte an und führe alle abzugsfähigen Kosten auf.
- Reiche die Steuererklärung fristgerecht ein – in der Regel bis zum 31. Juli des Folgejahres.
Erfahrungsberichte von Azubis
Um die Theorie lebendig werden zu lassen, teilen wir hier einige Erfahrungen von Azubis, die sich mit dem Thema Steuern auseinandersetzen mussten:
Erfahrungsbericht 1: David, 21 Jahre, Technischer Azubi
„Ich habe gedacht, dass ich während meiner Ausbildung keine Steuern zahlen muss, aber als ich meinen ersten Gehaltszettel bekam, war ich überrascht. Nach dem Abzug von Steuern blieb mir viel weniger übrig. Mein Steuerberater hat mir dann erklärt, dass ich eine Steuererklärung machen sollte, um eventuell zu viel gezahlte Steuern zurückzubekommen.“
Erfahrungsbericht 2: Laura, 22 Jahre, kaufmännische Ausbildung
„Ich wusste, dass ich Werbungskosten absetzen kann, aber ich hatte keine Ahnung, dass ich auch für meinen Arbeitsweg eine Erstattung bekommen kann. Meine Steuererklärung hat letztendlich viel Geld für mich gespart.“
Tipps für die Steuererklärung für Azubis
Hier sind einige nützliche Tipps, die dir bei deiner Steuererklärung helfen können:
- Sammle alle Belege: Halte alle Quittungen und Belege sorgfältig auf, um sie später als Nachweis nutzen zu können.
- Informiere dich über Freibeträge: Achte darauf, alle dir zustehenden Freibeträge in Anspruch zu nehmen.
- Nutze Online-Tools: Es gibt viele kostenlose Online-Tools, die dir beim Ausfüllen deiner Steuererklärung helfen können.
Häufige Fragen (FAQs)
1. Muss ich Steuern zahlen, wenn ich nur im ersten Lehrjahr bin?
Es kommt auf dein Einkommen an. Wenn du unter dem Grundfreibetrag bleibst, zahlst du keine Steuern.
2. Muss ich eine Steuererklärung machen, wenn ich nur 500 Euro im Monat verdiene?
Es ist nicht verpflichtend, kann sich jedoch lohnen, insbesondere wenn du während des Jahres Steuern gezahlt hast.
3. Was sind typische Werbungskosten für Azubis?
- Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte
- Berufliche Materialien (z.B. Bücher, Software)
- Workshops und Fortbildungen
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Azubis durchaus Steuern zahlen müssen, es jedoch stark von ihrem Einkommen abhängt. Zusätzlich lohnt sich eine Steuererklärung in vielen Fällen, da du möglicherweise Geld zurückbekommen kannst oder von verschiedenen Freibeträgen profitieren kannst. Informiere dich gut und scheue dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es um deine Steuerangelegenheiten geht. Mit diesen Informationen bist du bestens ausgestattet, um das Thema Steuern in der Ausbildung erfolgreich zu meistern!








